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Ein Leben auf Rädern

14. September 1927: Tragischer Tod der Tänzerin Isadora Duncan

Die Tänzerin Isadora Duncan wird auf der Promenade des Anglais in Nizza von ihrem Schal erwürgt. Ihr Schal bleibt beim Rollen im Hinterrad einer Amilcar GS hängen, die sie vor dem Kauf ausprobiert.

In Paris, dem Schaufenster der Avantgarde, wird sein Mythos geschmiedet. In Nizza spielt sich sein Schicksal auf der Promenade des Anglais ab. Diese außergewöhnliche Frau, der erste planetarische Stern, dessen Schicksal (zweimal!) vom selben Feind zerschmettert wurde: dem gerade erst geborenen Automobil. Isadora Duncan erfand nicht nur den zeitgenössischen Tanz und revolutionierte die Manieren, sondern ihr tragisches Verschwinden am Steuer leitete eine lange Reihe von Promi-Schicksalen ein, die auf der Straße zerstört wurden: die von James Dean, Albert Camus, Roger Nimier, Grace Kelly usw.

Duncans Vorliebe für schwebende Schals führte zu seinem Tod bei einem Autounfall in Nizza in der Nacht zum 14. September 1927 im Alter von 50 Jahren. Der Schal wurde von dem in Russland geborenen Künstler Roman Chatov handbemalte Seide. Der Unfall veranlasste Gertrude Stein zu der bissigen Bemerkung, dass „Aufgaben gefährlich sein können“.

Duncan war Beifahrerin im Amilcar-Auto des gutaussehenden französisch-italienischen Mechanikers Benoît Falchetto, den sie „Buggatti“ (sic) genannt hatte. Bevor sie ins Auto stieg, sagte sie angeblich zu ihrer Freundin Mary Desti und einigen Begleitern: "Lebt wohl, meine Freunde. Ich werde berühmt!" (Lebt wohl, meine Freunde, ich werde Ruhm erlangen!). Laut dem amerikanischen Schriftsteller Glenway Wescott, der zu dieser Zeit in Nizza war und Duncans Leiche in der Leichenhalle besuchte, gab Desti jedoch zu, dass sie über Duncans letzte Worte gelogen hatte. Stattdessen erzählte sie Wescott, dass Duncan gesagt hatte: „Ich bin weg, um zu lieben“. Desti hielt diesen Satz für zu peinlich, um ihn als die letzten Worte der Tanzlegende aufzuzeichnen, zumal er andeutete, dass Duncan hoffte, sie und Falchetto würden es zu einem Date in seinem Hotel schaffen.

Als Falchetto losfuhr, verfing sich Duncans großer Seidenschal, ein Geschenk von Desti, den er um seinen Hals trug, um eines der offenen Speichenräder und die Hinterachse des Fahrzeugs. Wie die New York Times in ihrem Nachruf vermerkt: „Isadora Duncan, die amerikanische Tänzerin, ist heute Nacht in Nizza an der Riviera auf tragische Weise ums Leben gekommen herein und wurde sofort durch die Wucht ihres Sturzes auf den steinernen Bürgersteig getötet." Andere Quellen beschreiben ihren Tod als Folge einer Strangulation und stellen fest, dass sie durch das plötzliche Festziehen der Schlinge um ihren Hals fast enthauptet wurde.

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